Archive for Dezember 18th, 2010


Seit 50 Jahren gibt es nunmehr das Kreiswehrersatzamt im beschaulichen Schwarzwaldstädtchen Domaueschingen. Behördenleiter Richard Koch weiß nicht, wie es weitergeht und ob es dort überhaupt weitergeht.

“Uns liegen keinerlei belastbare Informationen vor”, ärgert sich Koch. Erst im Januar sei damit zu rechnen, dass man über neue Strukturen informiert werde. Behördenleiter Koch hat da schon so eine Idee. Für die bald nur noch 185.000 Soldaten sollte der Nachwuchs über die Kreiswehrersatzämter gewonnen weden. Was dann aber aus den Zentren für Nachwuchsgewinnung werden soll, dazu von ihm kein Wort.

Bis dahin business as usual in der für 5 Landkreise zuständigen Behörde in der ohnehin nur noch 52 Mitarbeiter arbeiten.

Und weil Kreiswehrersatzämter in Sachen Zünden von Nebelkerzen ganz groß sind, hat er auch einen ganz tollen “Tipp” auf Lager:

Wer einen Antrag auf Zurückstellung einreicht und mit akzeptablen Begründungen versehe, könne jetzt auf viel Einsehen hoffen.

Klingt nett, ist aber Blödsinn. Eine Zurückstellung gibt es nur in den vom Gesetz vorgesehenen Fällen. Sämtliche Einberufungsbescheide für den 1. Januar sind entweder bestandskräftig bzw. wurden in den Fällen der Vorbenachrichtigung als Ersatz für Ausfälle Ausschlussfristen für die Stellung von Anträgen gesetzt, die aber abgelaufen sind. Und auch mit “Einsehen” löst sich ein Einberufungsbescheid nicht in Wohlgefallen auf.

Ganz so schlimm wie in anderen Kreiswehrersatzämtern ist die Stimmung aber nicht. Als “abwartend“ charakterisiert Koch die Stimmung, zumal sich der alltägliche Dienstbetrieb noch nicht geändert hat. Die zur Musterung geladenen Wehrpflichtigen erscheinen sogar zu den von dem Amt festgesetzten Musterungsterminen. Noch.